Pressestimmen zur CD

Toccata 11/2005 Süddeutsche Violinkunst im 17. Jahrhundert
Von der Mitte des 17. Jahrhunderts an war die Violine, neben dem Cembalo, zweifellos das wichtigste Instrument in vielen Ländern Europas. Diese wichtige Position schlägt sich im Repertoire jener Zeit nieder. Insbesondere in Deutschland hat sich das Geigenspiel zu einem sehr hohen Niveau entwickelt. Und vor allem im süddeutschen und österreichischen Raum wurden anspruchsvolle Werke für die Violine komponiert. Zu den prominentesten Komponisten solcher Stücke gehörte natürlich Biber, der heute wohl bekannteste Geigenvirtuose des späten 17. Jahrhunderts.
Das Ensemble Bell'Arte Salzburg, mit Annegret Siedel auf der Violine, hat sich auf der vorliegenden CD diesem Repertoire gewidmet. Es ist eine aufregende Aufnahme, die den virtuosen, zugleich aber inhaltsreichen Charakter der eingespielten Werke voll zum Tragen kommen lässt. Auch dem oft improvisatorischcn Ursprung dieses Repertoires wird Rechnung getragen. Das kommt beispielsweise im Preludio von Bibers Sonate A-Dur hervorragend zum Ausdruck. Erfreulich ist, dass auch weniger geläufige Stücke eingespielt wurden, z.B. von Capricornus, Schwartzkopff und Molitor.

fono forum 10/2004 /M.Hen.
Schlüssig
Muffat und Biber bilden als bekannteste Komponisten hier den Rahmen einer Anthologie süddeutscher Violinmusik, die einerseits ein breites stilistisches Spektrum präsentiert, sich andererseits durch eine gleich bleibend hohe musikalische Qualität auszeichnet. Annegret Siedel Violine und ihre vier Mitstreiter gestalten die zehn Stücke mit Sachverstand stand und mit gutem Geschmack. Maximale Brillanz ist ihre Sache nicht; stattdessen stehen eine klare, differenzierte Artikulation und feine Nuancen der Kantabilität im Vordergrund. Konzeption und Realisierung dieses sehr interessanten Programms sind in sich völlig schlüssig.
Musik ****
Klang ****


Concerto 6/2004 /Marc Strümper
Süddeutsches Virtuosentum
Mit dieser Aufnahme süddeutscher Violinmusik legen die Barockgeigerin Annegret Siedel und ihr Ensemble Bell'Arte Salzburg eine sehr persönlich geprägte CD vor, mit Werken aus dem Städte-Dreieck Salzburg-Passau-Stuttgart, das während der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts eine Blütezeit der hochvirtuosen und stark von Improvisation bestimmten Streicherkunst erlebte, vor allem in den Werken von Georg Muffat, Gottfried Finger oder Johann Ignaz Franz Biber.
Die Aufnahme bietet aber auch selten gehörte Kompositionen von Samuel Capricornus, Johann Erasmus Kindermann, Philipp Friedrich Böddecker, Rupert Ignaz Mayr, und Johann Baal. Ihnen gemeinsam ist eine kleingliedrige Struktur unter dem Oberbegriff Sonata: Tanzsätze und virtuose improvisatorische Zwischenspiele stehen hier neben Rezitativen oder Variationssätzen; dabei vermischen sich die unterschiedlichen nationale Stile. Außerdem finden sich unter den Werken solche, die die gerade im süddeutsch-böhmischen Raum besonders geschätzten Möglichkeiten der Skordatur (die Umstimmung der Saiten in Quarten oder Terzen statt in Quinten) zur Erweiterung der Klangfarben in neuen Griffkombinationen einsetzen.
In der hochvirtuosen musikalischen Interpretation Annegret Siedels entsteht ein eindrucksvolles Bild der süddeutschen Virtuosenkultur. Reizvoll dabei die unterschiedlichen Charaktere der drei verwendeten zeitgenössischeri Violinen, die sich aber alle gut mit der farbigen Continuo-besetzung aus Viola da gamba, Cembalo/ Orgel, Harfe und Theorbe mischen.
Eine willkommene Bereicherung des Muffat- und Biber-Gedenkjahres 2004.

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